Green Events – Was ist wirklich nachhaltig?

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Nachhaltig – was heißt das eigentlich?

Der Begriff der Nachhaltigkeit kommt aus der Forstwirtschaft. Dort hatte man schon zu Anfang des 18. Jahrhunderts festgestellt, dass ohne eine langfristige, vorausschauende Planung die Ressource Holz bald schon am Ende sein könnte. Es zählte, Konzepte zu entwickeln, die den Holzabbau in Einklang mit natürlichen Zyklen brachte, die dem Wald erlaubten sich zu regenerieren, bevor wieder Holz geschlagen wurde.

Heutzutage muss man längst kein Förster mehr sein, wenn man sich um Nachhaltigkeit Gedanken macht. In Zeiten wo Klimawandel und Ressourcenknappheit die Schlagzeilen beherrschen, gehört es zum guten Ton, sich kritisch mit den Auswirkungen des eigenen Wirtschaftens auseinanderzusetzen. Ebenso wird unter dem Label „Nachhaltigkeit“ inzwischen ein ganzes Feld von Dienstleistungen, Zertifizierungen und „grünen“ Produkten angeboten. Der folgende Artikel soll Ihnen helfen, die Spreu vom Weizen zu trennen – damit Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen kein bloßes Schlagwort bleibt.

Wo besteht Potential zur Verbesserung?

Um zu wissen, wo man zur Verbesserung der Nachhaltigkeit am besten ansetzt, muss man wissen, wo in der Regel am meisten im Argen liegt. Dabei geht es nicht nur um die Umweltbilanz – auch soziale Aspekte gilt es zu berücksichtigen.

Schauen wir uns aber zunächst die ökologischen Aspekte an. Sünder Nummer eins ist hier oft das Catering, besonders bei hochklassigen Menüs mit viel Fleisch ist der ökologische Preis oft enorm. Wer seinen geschätzten Gästen Argentinisches Prime Beef Steak anbietet, dazu Wein aus Australien, hat die Umweltbilanz schon irreparabel beschädigt. Verzichten Sie bei kurzen Veranstaltungen auf das Essen, Getränke reichen oft. Sollen die Teilnehmer etwas zu essen bekommen, sollten im Interesse der Nachhaltigkeit 3 Dinge beachtet werden:

  1. Beauftragen Sie nach Möglichkeit ein lokales Cateringunternehmen – das spart Wege, somit Zeit und LKW-Emissionen, auch bei den Zutaten des Essens selbst gilt: je lokaler desto besser.
  2. Wenn mit den Werten und Vorstellungen Ihrer Kunden vereinbar, verzichten Sie auf das Angebot fleischhaltiger Gerichte. Fleisch ist nicht nur in der Produktion eine deutlich höhere Umweltbelastung als vegetarische Lebensmittel; durch seine sehr sättigende Wirkung bleibt auch oftmals mehr Essen übrig, dass dann weggeworfen wird.
  3. Verwenden Sie Mehrweggeschirr. Zwar macht dies oft ein Pfand notwendig, aber dieser kleinen Unannehmlichkeit für Ihre Gäste steht eine erhebliche Ersparnis an Müll gegenüber – insbesondere Plastikmüll (Becher, Einwegbesteck…)

Zwar lassen sich Müll und Abgase minimieren, ganz verhindern lassen sie sich aber noch nicht. Wer noch weiter gehen will, kann den CO2-Ausstoß neutralisieren lassen, das heißt eine Firma oder Organisation beauftragen, eine Ausgleichsmaßnahme durchzuführen, etwa das Pflanzen von Bäumen, das den CO2 Ausstoß auffangen soll.

Letztlich ersetzen ein vegetarisches Bio-Essen und Pappbecher aber nicht den wichtigsten Schritt in Richtung Nachhaltigkeit: die wohlüberlegte Planung in Absprache mit Ihren Dienstleistern. In der Praxis ist es häufig so, dass beispielsweise erst sehr spät ein Technikdienstleister gesucht wird beziehungsweise verschiedene Dienstleister rein nach dem Preis zusammengestellt werden. Dabei wird dann gern einmal alles „eine Nummer größer“ gewählt, noch ein bisschen mehr bestellt, damit nachher ja alles reicht. Eine genaue Betrachtung der Angebote und besonders der Angebotsinhalte findet dann nicht mehr statt. Wer aber die Kommunikation mit seinen Dienstleistern sucht, wird schnell feststellen, dass die oft über sehr nützliches Know-How verfügen. So mag zum Beispiel ihr Dienstleister für Strom & Elektrik feststellen, dass die für das Event gemieteten Generatoren völlig überdimensioniert sind; Caterer und andere Dienstleister, die den Strom verbrauchen neigen hier nämlich oft dazu sicherheitshalber deutlich überhöhte Anforderungen zu stellen. Der Stromdienstleister hingegen kann realistische Werte ermitteln oder aus Erfahrung nennen und passend dimensionierte, sparsame Technik empfehlen.

Konsequent Bleiben!

Nachhaltigkeit bleibt auch bei bester Ökobilanz einzelner Veranstaltungen ein leeres Schlagwort, wenn Ihre Mitarbeiter nicht lernen, nachhaltige Denkweisen zu verinnerlichen und selbsttätig anzuwenden. Ist die Akzeptanz da, hat sich erst die Sichtweise durchgesetzt bei Ihren Mitarbeitern, nach der Nachhaltigkeit nicht mehr nur die neueste Compliance-Kategorie ist, der man pro Forma huldigen muss, werden Ihre Mitarbeiter schnell beginnen, von selbst ökologisch zu handeln. Ist die Akzeptanz da, wird das Licht von selbst ausgestellt, das Firmenauto sparsam gefahren und auch mal die Heizung im Büro runtergedreht. Im besten Falle sind Mitarbeiter, die grüne Denkweisen verinnerlicht haben, sogar ein steter Quell neuer Verbesserungsvorschläge, und der Schlüssel für eine echte Nachhaltigkeitskultur.

Simon Stern
Simon Stern
...ist Mitarbeiter im Kundensupport bei Conventex.

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