Eventmanagement im Projektteam – erfolgreich zusammen durchstarten!

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Ein Event stellt sich nicht von alleine auf die Beine und auch wenn man als Eventmanager viele Dinge selbst erledigen kann, braucht man für komplexere Projekte ein Team. Statische Aufbauorganisationen, das hierarchische Gerüst einer Organisation, verlieren zunehmend an Bedeutung. Die Lösung sind Projektgruppen, die sich aus Personen zusammensetzen mit unterschiedlichem Fachwissen und beruflichen Erfahrungen. Sie können so die verschiedensten Ideen und Betrachtungsweisen mit in das Projekt bringen, um den dessen Erfolg zu sichern.

Doch wie sieht das erfolgreiche Arbeiten im Projektteam konkret aus und was gilt es hierbei zu beachten?

Herausforderungen in Projekten

Ein Projekt ist ein Vorhaben, welches ein genau definiertes Ziel innerhalb einer bestimmten Zeitspanne und unter Aufwendung eines begrenzten Budgets erreichen soll. Dies könnte zum Beispiel die Planung und Durchführung Ihrer Mitgliederversammlung am Tag X mit einem Budget von Y sein.

Für eine funktionierende Projektarbeit bedarf es der Mobilisierung und Integration von Wissensressourcen, die auf verschiedene Personen verteilt sind. Doch wie oft wird dieses Potential umfassend ausgeschöpft?

An vielen Einflussfaktoren Ihres Projektes lässt sich oft wenig ändern. Dies können externe Faktoren, wie die Rahmenbedingungen der Eventslocation, sein oder es sind interne Faktoren, wie zeitliche Aspekte (festgesetzter Veranstaltungstermin) oder finanzielle Bedingungen (Budget). Diese und viele andere verschiedene Faktoren wirken sich auf den Erfolg Ihres Projekts aus. Oft wird jedoch ein wesentlicher Erfolgsfaktor unterschätzt: das TEAM. Denn in vielen Fällen werden Projektziele nicht erreicht, weil dem Einfluss von zwischenmenschlichen Dynamiken und Konflikten zu wenig Beachtung geschenkt wird.

Unterschiedliche Menschen – ein Team

Der Erfolg Ihres Projekts hängt maßgeblich mit seinen Mitgliedern und deren Kompetenz und Motivation zusammen. Je nach der Projektgröße besteht das Team dementsprechend aus einer kleinen oder sehr großen Gruppe an Teammitgliedern. Ihr Team sollte stets so klein wie möglich und so groß wie nötig sein. Damit stellen Sie nicht nur eine effiziente Kommunikation sicher, sondern auch eine schnelle Entscheidungsfindung.

Der Auswahl der geeigneten Teammitglieder wird eine wichtige Rolle zugeschrieben. Dabei wird bei der Zusammenstellung  in der Regel darauf geachtet, dass alle relevanten fachlichen Kompetenzen und Fertigkeiten vertreten sind. Wie gut diese Personen allerdings menschlich zusammenpassen, rückt dabei häufig in den Hintergrund. Halten Sie sich immer vor Augen, dass hinter unterschiedlichen Teammitgliedern auch unterschiedliche Verhaltensweisen, Interessen und Erwartungen stehen. Das bedeutet auch, dass sich eine Gruppe mit der Zeit entwickelt und folgende Phasen durchläuft:

5 Phasen der Teamentwicklung

In der Realität wird oft davon ausgegangen, dass Teams nach ihrer Zusammenstellung direkt mit der Phase des Performings starten können. Doch Personen zu einem komplett neuen Team zusammenzustellen, bedeutet auch, dass die unterschiedlichen Mitglieder ersten in die Rollen des Teams finden müssen.

Das Fünf-Phasenmodell von B. Tuckman hilft Teams und Führungskräften dabei, den Prozess der Gruppenbildung zu verstehen und zu reflektieren, um so die Teambildung zu erleichtern.

  1. Die Orientierungsphase, auch Forming, dient dem offenen Kennenlernen. Vieles ist noch unklar und Rollen sind noch unbesetzt. Besonders wichtig ist hier, dass die Führungskräfte Sicherheit und Orientierung bieten.
  2. In der darauffolgenden Phase, dem Storming, entscheidet sich, ob die Gruppe zerbricht oder Bestand hält. Es beginnt die interne Rollendifferenzierung, in der verdeckte Ansprüche auf der Leitung des Teams angemeldet werden und sich eine grobe Struktur der Teammitglieder bildet. Führungskräfte sollten hier auf den Umgang der Mitglieder untereinander achten, zu Konflikten ermutigen, jedoch Angriffe unterbinden.
  3. Die dritte Phase ist die sogenannte Norming Phase. Die zuvor noch grobe Struktur des Teams wird nun zu einer klaren Struktur, welche von allen akzeptiert wird und so ein WIR-Gefühl entstehen lässt.
  4. Da nun alle Mitglieder ihre Positionen angenommen haben, beginnt die Performing Phase, welche den zeitlich größten Umfang beansprucht, da die eigentlichen Aufgaben behandelt, Ideen entwickelt und gearbeitet wird. Die Mitgliederversammlung wird komplett geplant, von der Location über dem Catering bis zu dem Namesschilderdruck wird alles geplant. Gleichzeitig wächst das Team zusammen und alle Mitglieder werden kreativer und flexibler im Umgang miteinander. An diesem Punkt sollten sich die Führungskräfte zurückziehen.
  5. Die darauffolgende Adjourning Phase besitzt unter den Teamphasen einen Sonderstatus. Während nach jeder der Teamphase eine weitere Phase folgen kann, beispielsweise kann nach Performing die Storming folgen, wenn neue Teammitglieder im Team aufgenommen wurden, gibt es nach dieser Phase keine weitere Phase. Der Auflösungsprozess findet in der Regel beim Abschluss der gemeinsamen Arbeit statt. In unserem Beispiel wäre dies nach der Veranstaltung bzw. der Nachbereitung der Veranstaltung.

Der Prozess der Teambildung muss nicht immer nach diesem Muster geschehen, sondern kann auch in verschiedenen Punkten abweichen, jedoch dauert es in der Regel immer bis wirklich effizient gearbeitet werden kann.

Positionen in Gruppen

Auch die Besetzung der verschiedenen Positionen spielt eine wichtige Rolle. Welches Teammitglied sollte welche Funktion übernehmen? Das Zuschreiben von Positionen der einzelnen Mitglieder zeigt Ihnen die Affekt- und Machtstruktur innerhalb des Teams. Grundsätzlich lassen sich alle Mitglieder einer Gruppe folgenden Positionen zuordnen.

Die Position Alpha wird den Mitgliedern einer Gruppe zugeordnet, welche eine Führungsposition und Meinungsmacherposition einnehmen. Durch die Anerkennung der Mitglieder (Gammas) gibt er eine Richtung vor. In der Regel besteht eine Gruppe aus ein bis zwei Alphas. Die Gammas sind die jenen, die sich dem Alpha anschließen und jedem Zeitpunkt in einer Abhängigkeit zu dem Alpha stehen. Sie nehmen den größten Teil der Gruppe ein. Beta ist die Position derer, die mitmachen, ohne sich mit dem Alpha zu identifizieren und somit nicht abhängig machen. Sie gelten als Spezialist für bestimme Aufgabenbereiche und haben eine beratende Funktion. Durch ihre Unabhängigkeit sind sie gleichzeitig auch Alpha-geeignet und dadurch potenzielle Rivalen. Omegas sind die Außenseiter oder auch Zurückhaltenden einer Gruppe. Oft schließen sie sich der Meinung der Gruppe nur widerwillig an.

Regeln der erfolgreichen Zusammenarbeit

Für eine erfolgreiche Teamarbeit sollte jedes Mitglied seine Meinung frei äußern dürfen, diese jedoch auch begründen können. Verständnisfragen müssen sofort geklärt werden, um Missverständnisse zu vermeiden. Bei Diskussionen sollte das gesamte Team immer beim Thema bleiben und nicht in Nebensächlichkeiten versinken. Dinge, die die Selbstoffenbarung einzelner Personen betreffen bleiben stets im Raum. Killerphrasen führen zu streitfördernden Auseinandersetzungen und werden deshalb gemieden.

Leistungsbestimmung in Teams

Mit den folgenden drei Variablen bestimmen Sie die Gruppenleistung Ihres Teams.

Potenzielle Produktivität – die Leistung, die erreicht werden könnte, wenn jeder alle Ressourcen optimal einsetzt.

Prozessgewinn – Leistungszuwachs, der sich aus Gruppenarbeit ergeben kann. Gründe dafür sind die soziale Aktivierung, also die erhöhte Leistung durch die Anwesenheit der anderen Mitglieder, die soziale Kompetition, welche für mehr Leistung durch entstandenen Wettbewerbssituationen innerhalb des Teams sorgen, und  die soziale Kompensation, also das Ausgleichen des Ergebnissen der Leistungsschwachen durch das, der Leistungsstarken.

Auch zu nennen ist hier der Köhler-Effekt. Dieser beschreibt die gesteigerte Motivation der Leistungsschwachen, da der Leistungsstärkste eine Vorbildfunktion einnimmt. Dies geschieht besonders dann, wenn die Leistungsunterschiede ehr gering sind.

Die Wahrscheinlichkeit für Prozessgewinn ist höher, wenn sich die Gruppe sympathisch sind, sich als attraktiv empfinden und es eine hohe Kohäsion gibt.

Prozessverluste – Leistungsminderung, die sich aus Gruppensituationen gegenüber Einzelarbeit ergeben kann. Die Gründe dafür sind die soziale Hemmung, die ungewollte Selbstbeschränkung in Gegenwart anderer Personen und das soziale Faulenzen, also die Leistungsreduzierung, je mehr Mitglieder in dem Team sind. Ein Effekt des sozialen Faulenzens ist der Ringelmann-Effekt. Demnach sinkt die Leistung des einzelnen, sobald der persönliche Beitrag nicht mehr identifizierbar oder bewertbar ist. Es gibt außerdem zwei Sonderformen des sozialen Faulenzens. Der Gimpel-Effekt beschreibt die Reaktion auf geistige Vorwegnahme des sozialen Faulenzens anderer, um vermeintlich nicht ausgenutzt zu werden. Die zweite Form ist das sogenannte „Trittbrettfahren“. Diese beschreibt das Phänomen, dass der persönliche Beitrag für das Teamergebnis als unwichtig wahrgenommen wird. Das soziale Faulenzen kann durch ein erhöhtes Verantwortungsgefühl, dem Entwickeln für Verständnis und dem Bewusstwerden für die Bedeutung des Ergebnisses reduziert werden.

Warum Feedback so wichtig ist

Unter Feedback versteht man eine Mitteilung, die an eine bestimmte Person gerichtet ist und wiedergibt, wie ihre Verhaltensweise von anderen wahrgenommen, verstanden und erlebt werden. Dabei kann es ganz bewusst oder auch unbewusst sein, verbal oder auch non-verbal, also beispielsweise mittels Blicken übermittelt werden.

Feedback ist deshalb so wichtig, weil es das positive Verhalten eines jeden Mitglieds stützt und fördert. Gleichzeitig korrigiert es die vom Team als unangebracht empfundenen Verhaltensweisen und beugt somit entstehende Konflikte vor. Außerdem klärt Feedback Beziehungen zwischen Personen, welche oft unausgesprochen bleibt.

Fazit

Das Arbeiten in Projektteams stellt die Antwort auf komplexe Marktgegebenheiten dar. Im Anbetracht dieser sich immer weiterentwickelnden Zeit bietet die Projektarbeit Ihnen viele neue Möglichkeiten verschiedenen Personen mit den unterschiedlichem fachlichen Wissen und Fähigkeiten zusammen zu bringen und so neue Lösungen und Ideen zu entwerfen, von dem Sie absolut profitieren werden! Jedoch sollten Sie die oben genannten Punkte immer im Hinterkopf gehalten und besonders darauf achten, dass die Menschen dieser Gruppe gut miteinander auskommen sollten und Unstimmigkeiten sofort geklärt werden sollten.

Jennifer Denkler
Jennifer Denkler
...hat einen kaufmännischen Background und studiert nebenberuflich Wirtschaftspsychologie. Bei Conventex ist sie seit Anfang März Teil des Sales & Marketing Teams.

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